Nachfolge im Unternehmen planenUngeplante Nachfolge im Unternehmen im Notfall
Die Notfallnachfolge im Unternehmen
Die ungeplante Nachfolge ist ein unangenehmes Thema, da ungern über die Konsequenzen von lebensbedrohlichen Krisen und plötzlichen schlimmen Ereignissen nachgedacht wird. Dennoch ist es enorm wichtig für den Fortbestand des Unternehmens, sich im Vorfeld Gedanken zu machen: Was passiert, wenn …
Notfälle oder schlimme Ereignisse, die eintreten können, sind beispielsweise Tod, Krankheit, Suchtkrankheit, Scheidung oder Untersuchungshaft. Der plötzliche Ausfall braucht einen Notfallplan, damit klar geregelt ist, was zu tun ist.
Handlungsfähig auch ohne den Unternehmer zu sein, bedeutet Sicherheit für alle Beteiligten. Die Geschäftsführung abzusichern, ist Aufgabe der Unternehmerin und des Unternehmers. Diese Notfall-Nachfolge gemeinsam mit den Betroffenen zu besprechen, zu entwickeln und schriftlich festzuhalten, ist vorausschauend und zeigt eine gemeinsame Verantwortung.
Im Notfallplan sind rechtliche, unternehmerische und finanzielle Regelungen enthalten. Alle Vertretungen und Zuständigkeiten sind klar benannt. Auch persönliche Wünsche können hier Berücksichtigung finden.
Entscheidende Fragen sind:
- Wer führt das Unternehmen weiter?
- Wer hat im Unternehmen den Überblick über die Prozesse und Strukturen?
- Wie werden alle Betroffenen und Beteiligten informiert?
Was ein Notfallplan für die Unternehmensnachfolge enthalten sollte
Ein Notfallplan enthält zunächst generelle Regelungen zu:
- Personen, die zu informieren sind (Ansprechpartner und Adressen)
- Übergabe von Passwörtern, Schlüsselverzeichnis und sonstige Zugangsdaten
- Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt, Notar, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Bankberater etc.
- Vollmachten für Stellvertretung
- Verantwortlichkeiten für wichtige betriebliche Abläufe
Diese Regelungen müssen dokumentiert sein. Dazu gehört die Beschreibung, welche Abläufe bei einem entsprechenden Notfall notwendig sind und wer welche Aufgaben übernimmt.
Es muss geklärt werden, welche Folgen aus einem Testament und aus Familienurkunden sich ergeben.
Weitere wichtige Dokumente, die gesichtet werden müssen, sind:
- Gesellschaftsverträge
- Vertretungsvollmachten
- Handelsregisterauszüge
- Grundbuchauszüge
- relevante Verträge
- Versicherungen
Dann muss die finanzielle Situation des Unternehmens geklärt werden. Welche Geschäftskonten, Wertpapiere oder Bankschließfächer gibt es? Welche Verpflichtungen gibt es? Zum Beispiel:
- Zahlungsverpflichtungen für Gehälter oder Miete
- Kredite
- Immobilienfinanzierungen
- Unternehmensbeteiligungen
- Bürgschaften
- betriebliche Versicherungen
- Mitgliedschaften
Schließlich sollten sich die Nachfolgerin und der Nachfolger einen Überblick verschaffen über: wichtige Kunden, wichtige Lieferanten, laufende Aufträge, Angebote und Kalkulationen sowie über eventuelle Rechtsstreitigkeiten.
Ein Notfallplan und Notfallkoffer helfen dem Unternehmer, sich mit dem Thema seiner Nachfolge und wie er unternehmerische Angelegenheiten generell regeln will, zu beschäftigen. Deswegen wird der Notfallplan auch als kleiner Bruder der Nachfolge bezeichnet.
Erstellen Sie einen Maßnahmenplan für Ihr Unternehmen, in dem alle wichtigen Regelungen dokumentiert und alle Informationen zusammengestellt sind, die eine Nachfolgerin und ein Nachfolger im Notfall – also dann, wenn eine schnelle Unternehmensnachfolge notwendig ist –wissen müssen.
Im Ratgeber zur Notfallplanung finden Sie ausführliche Erläuterungen und Checklisten dazu, was Sie im Vorfeld, bevor ein Notfall eintritt, klären, regeln und umsetzen müssen.
In der folgenden Vorlage finden Sie dazu die wichtigsten Aspekte.

Klären Sie als Nachfolgerin und Nachfolger bei einer Notfallübernahme immer:
- Was sind meine persönlichen Wünsche, wenn ich schnell das Unternehmen übernehmen soll?
- Was ist mir dabei wichtig?
- Was sollte vorher geklärt sein?