InventurWelche Art der Inventur passt zu Ihrem Unternehmen?

  • Was unterscheidet die Buchinventur von der körperlichen Inventur?
  • Welche Inventurarten gibt es?
  • Vorteile und Nachteile der Stichtagsinventur
  • Vorteile und Nachteile der permanenten Inventur
  • Vorteile und Nachteile der Stichprobeninventur
  • Vorteile und Nachteile der verlegten Inventur
  • Welche Rolle spielt eine Inventur für die Bilanz und Buchführung?
  • 3 Vorlagen im Praxisteil

Was unterscheidet die Buchinventur von der körperlichen Inventur?

Fällt der Begriff Inventur, geht es nicht automatisch um das Erfassen von Lager- und Warenbeständen. Wenn Inventurpersonal misst, wiegt, zählt oder schätzt, handelt es sich um eine körperliche Inventur.

Bei der Buchinventur erfassen Sie Bargeldbestände, Bankguthaben, Forderungen, Verbindlichkeiten und Schutzrechte. Dafür werden die Aufzeichnungen aus der Finanzbuchhaltung herangezogen. Dazu gehören unter anderem:

  • Rechnungen
  • Quittungen
  • Kontoauszüge
  • Elektronische Belege und Papierbelege
  • Saldenlisten

Außerdem berücksichtigen Sie Daten aus der Anlagenbuchhaltung. Dort werden Güter aus dem beweglichen Anlagevermögen bewertet und erfasst. Dazu gehören etwa Maschinen, Fahrzeuge und die Ausstattung des Betriebs.

Der Bilanzwert der Anlagen hängt vom Datum der Anschaffung sowie von den Anschaffungskosten und der Nutzungsdauer ab. Durch die jährlichen Abschreibungen verändert sich der Wert laufend.

Welche Inventurarten gibt es?

Die Stichtagsinventur wird zum Ende des Geschäftsjahres durchgeführt – meistens an Ende eines Kalenderjahres. Die Warenbestände werden dann genau zum Bilanzstichtag erfasst. Dabei handelt es sich stets um den 31. Dezember, wenn das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht.

Bei der permanenten Inventur halten Ihre Mitarbeitenden den Warenbestand laufend fest. Jeder einzelne Zugang und Abgang wird dokumentiert. Wichtig bei dieser Inventurart: Jeder Artikel muss einmal im Jahr körperlich erfasst werden. Dabei werden eventuelle Abweichungen festgestellt. Den Tag der Inventur wählen Sie für jeden Artikel so, wie es am besten zu Ihren Abläufen passt.

Wird der Bestand an Waren auf Basis von Stichproben und statistischen Methoden ermittelt, spricht man von einer Stichprobeninventur. Wichtig: Bevor Sie sich für diese Inventurart entscheiden, müssen Sie sich das vom Finanzamt schriftlich genehmigen lassen. Nicht für jedes Unternehmen werden Daten aus der Stichprobeninventur akzeptiert.

Die verlegte Inventur wird zeitverschoben vom Ende des Geschäftsjahres und des Jahresabschlusses durchgeführt. Sie kommt infrage, wenn Sie weder eine Stichtagsinventur noch eine permanente Inventur durchführen können oder möchten. Sie führen die Inventur dann innerhalb der letzten drei Monate vor dem Bilanzstichtag oder innerhalb der folgenden beiden Monate nach dem Bilanzstichtag durch.

Die verlegte Inventur wird auch zeitversetzte Inventur genannt.

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