KanbanKanban – Regeln, Beispiele, Anwendungsfälle
Beispiel: Mit Kanban das Lager steuern
Wie das Hol-Prinzip oder das Pull-Verfahren nach der Kanban-Methode funktioniert, lässt sich am Beispiel des Supermarkts und dem Produkt Pralinen illustrieren. Der Supermarkt ist ein Kanban-Lager für Konsumenten. In einem der Regale (Kanban-Lager) lagern bis zu 20 Schachteln einer bestimmten Sorte von Pralinen (Artikel).
Kunden nehmen bei ihrem Einkauf von vorne Pralinenschachteln weg. Wenn 15 Pralinenschachteln verkauft wurden, erscheint vor der fünftletzten Schachtel eine Karte, die anzeigt: Jetzt Pralinen nachbestellen! Der Kanban-Bestand beträgt demnach fünf Schachteln. Das Kanban-Signal ist eine Karte.
Die für den Pralinenbestand verantwortliche Person läuft mehrmals täglich durch den Supermarkt, sieht die Karte im Pralinen-Regal, nimmt sie weg und löst einen Beschaffungsauftrag beim Zentrallager aus. Auf der Kanban-Karte ist genau angegeben, wie viele Pralinenschachteln bestellt werden.
Die Regeln der Kanban-Methode
Damit die Kanban-Ziele erreicht werden und die Kanban-Methode funktioniert, müssen einige Regeln zum Pull-Verfahren eingehalten werden. Die Regeln des Pull-Verfahrens sind:
- Die verbrauchende Stelle darf nie mehr als eine festgelegte Menge bestellen.
- Sie darf erst dann bestellen, wenn das Kanban-Signal dies entsprechend anzeigt; nicht früher.
- Die vorgelagerte, produzierende Stelle, die das Lager wieder befüllt, darf nie mehr produzieren, als bestellt wurde.
- Sie darf erst produzieren, wenn das Kanban-Signal (Kanban-Karte) das anzeigt.
- Sie muss dann aber sofort oder so schnell wie möglich produzieren und das Lager wieder befüllen.