Rückkehrgespräche und FehlzeitengesprächeRückkehrgespräche und Fehlzeitengespräche durchführen
Einstieg in ein Rückkehrgespräche oder Fehlzeitengespräche
„Ach, kommen Sie doch bitte mal ins Büro!“
Nicht selten passiert es, dass eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter nach einer Erkrankung ins Büro des Vorgesetzten gebeten wird. Dort sieht die betroffene Person sich nicht nur ihrer oder ihrem Vorgesetzten, sondern unter Umständen auch einem Vertreter aus der Personalabteilung gegenüber. Zuerst wird die betroffene Person freundlich begrüßt und erhält gute Wünsche zu der erfolgreichen Genesung.
Doch dann kommt die Überraschung. Aus dem „Willkommensgespräch“ entwickelt sich ein „Verhör“: Es werden Fragen nach Art der Erkrankung, also der Diagnose, und nach dem Privatleben gestellt. Und: Die verhörte Person wird nach möglichen weiteren Fehlzeiten aufgrund einer Erkrankung gefragt.
Diese Form eines Rückkehrgesprächs ist kaum geeignet, Fehlzeiten und Krankenquoten im Unternehmen zu reduzieren. Denn Belastung und Druck auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steigen damit an. Das können Auslöser sein für erneute Krankheit und Abwesenheit, zumindest für Demotivation gleich zum Wiedereinstieg.
Worauf es beim Rückkehrgespräch ankommt
Um Fehlzeiten im Arbeitsprozess zu senken und dem sensiblen Thema Krankenstand gerecht zu werden, haben sich Rückkehrgespräche und Fehlzeitengespräche bewährt. Entscheidend ist dabei die gesundheitsfördernde und integrierende Ausrichtung der Gespräche. Es soll eine Maßnahme des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) sein.
Das Rückkehrgespräch ist ein Führungsinstrument. Es wird nach einer längeren Abwesenheit eines Mitarbeiters von der oder dem Vorgesetzten initiiert. Damit soll dem betroffenen Mitarbeiter vermittelt werden, dass die Abwesenheit bemerkt wurde, um ihn beispielsweise nach einem längeren Urlaub, einem Krankenhausaufenthalt oder einer Kur wieder zu integrieren.
Außerdem soll nach einer krankheitsbedingten Abwesenheit herausgefunden werden, ob die Ursachen der Fehlzeiten möglicherweise betrieblicher Art sind und ob die Vorgesetzten beim Abbau dieser Ursachen unterstützend eingreifen können.