StörgrundanalyseStörungen in Prozessen und Anlagen erkennen und auswerten

Störungen führen zu Unterbrechungen, Stillstand und Leistungsverlust – und kosten so ein Unternehmen Zeit und Geld. Um Störungen zu vermeiden, müssen die betroffenen Systeme, Prozesse, Anlagen und Maschinen genau analysiert werden, damit die Störursachen und Störgründe sichtbar werden.

Störungen und ihre schwerwiegende Folgen

Störungen in Prozessen, bei Maschinen, Anlagen und Geräten können unterschiedliche Folgen haben. Manchmal unterbrechen sie nur kurz die Arbeit. Sie können aber auch zu langem Stillstand und zu hohen Kosten führen. Außerdem kann es zu Fehlern und Mängeln bei den hergestellten Produkten oder bei Dienstleistungen kommen.

Beispiele sind:

  • Eine technische Störung in einer Montagelinie führt dazu, dass keine Produkte montiert werden und die Kunden auf die Lieferung warten. Das Unternehmen muss für den Verzug beim Liefertermin eine Konventionalstrafe bezahlen.
  • Durch einen Planungsfehler fehlen plötzlich einige Teile. Das Pufferlager ist leer. Maschinen stehen still, Beschäftigte haben nichts zu tun. Die Kosten fallen trotzdem an.
  • Die Störung beim Internetanschluss und bei der Telefonanlage führt dazu, dass der Kundenservice nicht erreichbar ist. Kunden wundern sich und sind frustriert. Interessenten wenden sich den Konkurrenten zu.

Was genau ist eine Störung im Prozessablauf?

Ein Prozess oder ein System zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie eine Leistung erbringen. Sie machen aus einem Input (Ressourcen wie Material, Maschinen, Arbeitszeit) einen gewünschten Output (Produkt oder Dienstleistung). Prozesse werden technisch und organisatorisch so eingerichtet, dass sie in der Lage sind,

  • aus einer definierten Menge an Input,
  • in einer vorgegebenen Zeit,
  • eine definierte Menge an Output zu erzeugen.

Wenn diese vorgegebenen, definierten Mengen und Zeiten eingehalten werden, dann entspricht dies der maximal möglichen Leistung eines Prozesses. Mehr kann er aus technischen und organisatorischen Gründen nicht leisten. Mehr kann nicht erwartet oder als Ziel vorgegeben werden.

Diese maximale Leistung (Zielvorgabe) wird in der Praxis aber oft nicht erreicht. Und wenn sie nicht erreicht wird, dann muss es irgendwo eine Störung geben.

Da die Suche nach Störungen und deren Beseitigung mit Aufwand verbunden sind und da sich Störungen nie vollständig ausschließen lassen, ist die maximale Leistung eines Prozesses oft nur in der Theorie erreichbar. In der Praxis kommt es darauf an, sich diesem theoretischen Ideal möglichst weit anzunähern – mit vertretbarem Aufwand.

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